Aluminium-, Guss- oder Hochdruckpumpe? Wie wählt man die Hydraulik für einen Auslegemäher

Aluminium-, Guss- oder Hochdruckpumpe? Welche Hydraulik für einen Auslegemäher wählen

Bei Maschinen wie Auslegemähern und Schlegelmähern für Bagger trifft man auf drei grundlegende Konzepte der hydraulischen Versorgung. Das erste ist das Aluminiumsystem, das am häufigsten in Budget-Lösungen vorkommt. Das zweite ist das Gusssystem, das auf einer Zahnradpumpe und einem Zahnradmotor basiert. Das dritte ist das Hochdrucksystem, in der Regel mit einer Kolbenpumpe. Die technische Literatur zeigt seit Jahren, dass Zahnradpumpen für ihre einfache und kompakte Bauweise geschätzt werden, während Mehrkolbenpumpen dort eingesetzt werden, wo höhere Arbeitsdrücke gefordert sind.

Auf dem Datenblatt sieht das Hochdrucksystem sehr gut aus. Es bietet hohen Druck, gute Wirkungsgrade und hohe Leistungsdichte. Studien zu Axialkolbenpumpen bestätigen ihre Vorzüge: hoher Wirkungsgrad, Beständigkeit gegen hohe Drücke und ein breites Anwendungsspektrum in Arbeitsmaschinen. Gleichzeitig sind dies komplexere Systeme, die empfindlicher auf Betriebsbedingungen reagieren als einfache Zahnradpumpen.

Beim Kauf lohnt es sich daher nicht, nur auf die Bar-Zahl zu achten. In der Praxis zählt die Gesamtbilanz: hydraulische Leistung, Systemkosten, Lebensdauer, Ölreinheit, Filtration, Serviceverfügbarkeit und Aufbereitungskosten. Aus dieser Perspektive schneidet sehr oft das Gusssystem mit Zahnradpumpe und Zahnradmotor am besten ab.

Die drei hydraulischen Grundsysteme in Auslegemähern

Aluminiumsystem

Dies ist die günstigste Lösungsgruppe. Sie arbeitet üblicherweise im Bereich von etwa 180 bis 190 bar und 90 bis 100 l/min. Ein solches System lockt mit niedrigem Einstiegspreis und kann für leichtere Arbeiten ausreichend sein. Ehrlich gesagt ist es jedoch in puncto Lebensdauer und Reserven für den Schwerlasteinsatz die schwächste der drei Optionen. Bei langer Arbeit an Banketten, Gräben, in Gestrüpp und in schwierigem Gelände zeigen sich seine Grenzen schneller.

Gusssystem mit Zahnradpumpe und Zahnradmotor

Dies ist die preislich mittlere Lösung, im Einsatz aber häufig die beste. Ein typischer Arbeitspunkt, der bei schwereren Auslegemähern sinnvoll ist, liegt bei etwa 230 bar und 120 l/min. Zahnradpumpen werden gerade deshalb breit eingesetzt, weil sie eine einfache Bauweise haben, kompakt sind und gut in Systeme passen, in denen es auf Vorhersagbarkeit im Betrieb ankommt.

Hochdrucksystem

Hier sprechen wir meist von Kolbenpumpen und Drücken in der Größenordnung von etwa 320 bar bei einem Förderstrom von rund 80 l/min. Solche Lösungen sind technisch dort gerechtfertigt, wo hoher Wirkungsgrad und große Beständigkeit gegen hohe Druckbelastung gefordert sind. Lehrmaterialien und wissenschaftliche Publikationen weisen klar darauf hin, dass Mehrkolbenpumpen in Hochdrucksystemen eingesetzt werden, weil sie bessere Dichtheit und gute Arbeitsparameter bieten.

Die Bar-Zahl allein entscheidet die Frage nicht

In der Hydraulik entscheidet nicht der Druck allein über die Leistung. Der Zusammenhang ist einfach: Die hydraulische Leistung ist das Produkt aus Förderstrom und Druck. In Lehrunterlagen zur Fluidtechnik wird das als P = Q · p geschrieben, und nach Umrechnung für bar und l/min erhält man die praktische Formel P [kW] = p [bar] × Q [l/min] / 600.

Für die drei verglichenen Systeme ergibt sich:

Aluminiumsystem
180 bar × 100 l/min = 30 kW
190 bar × 90 l/min = 28,5 kW

Guss-Zahnradsystem
230 bar × 120 l/min = 46 kW

Hochdrucksystem
320 bar × 80 l/min = 42,7 kW

Die Schlussfolgerung ist einfach. Ein typisches Gusssystem mit 230 bar und 120 l/min liefert mehr hydraulische Leistung als ein typisches Hochdrucksystem mit 320 bar und 80 l/min. Das ist aus Kundensicht wichtig, denn es zeigt: Höherer Druck bedeutet nicht zwangsläufig eine leistungsstärkere Maschine. Man muss das gesamte System bewerten und nicht nur einen Datenblattwert.

Was die Fachliteratur und Studien über Kolbenpumpen sagen

Schaut man in wissenschaftliche Publikationen zu Axialkolbenpumpen, ist das Bild recht einheitlich. Es sind Bauformen mit hohem Wirkungsgrad, hoher Druckfestigkeit und hoher Leistungsdichte. Studien in technischen Fachzeitschriften zeigen ebenfalls, dass der Gesamtwirkungsgrad und der volumetrische Wirkungsgrad von Axialkolbenpumpen stark von Druck, Drehzahl, Öltemperatur und Viskosität abhängen. Steigende Eintrittstemperatur und sinkende Viskosität verschlechtern ihre Arbeitsparameter.

Praktisch heißt das: Die Kolbenpumpe ist eine gute, aber anspruchsvollere Lösung. In einer Maschine, die schwer und lange arbeitet, zählt neben dem Wirkungsgrad selbst zunehmend auch der Aufwand, diesen Wirkungsgrad zu erhalten.

Warum das Gusssystem oft am wirtschaftlichsten ist

Hier beginnt der wichtigste Teil für den Endanwender. Im realen Einsatz kauft man nicht nur die Pumpe, sondern das gesamte System und den gesamten Lebenszyklus der Maschine.

Zahnradpumpen sind konstruktiv einfacher und weit verbreitet. Das ist kein Werbeslogan, sondern ein Merkmal der Technologie selbst, bestätigt in Lehrunterlagen und technischen Arbeiten. Eine einfachere Bauweise bedeutet meist leichteren Service, größere Werkstattverfügbarkeit und geringere Abhängigkeit von sehr präziser Aufbereitung.

Axialkolbenpumpen erfordern hingegen eine genauere Kontrolle der Betriebsbedingungen. Bosch Rexroth betont, dass moderne Hydraulikkomponenten, insbesondere Proportionalventile, Servoventile und Axialkolbenpumpen, sehr empfindlich auf Verschmutzung durch Feststoffpartikel reagieren. Bereits eine Verschlechterung der Reinheitsklasse um eine Stufe bedeutet eine Verdopplung der Partikelkonzentration im Öl, was zu erhöhtem Verschleiß, schlechterem Betrieb und Ausfällen führen kann.

Das gleiche bestätigen die technischen Handbücher der Hersteller. Für Axialkolbeneinheiten empfiehlt Bosch Rexroth, die Ölreinheitsklasse mindestens auf 20/18/15 nach ISO 4406 zu halten, bei höheren Temperaturen noch besser.

Die praktische Folgerung ist einfach. Je präziser und höher beanspruchter ein System, desto teurer ist sein korrekter Betrieb. Genau deshalb sind Hochdrucksysteme in der Servicepraxis meist nicht nur im Einkauf teurer, sondern auch bei Leitungen, Verschraubungen, Filtration, Aufarbeitung und Stillständen. Der genaue Preisunterschied hängt vom Hersteller, der Komponentenklasse und der Maschinenkonfiguration ab, die wirtschaftliche Richtung ist jedoch eindeutig: Hoher Wirkungsgrad kostet mehr.

Hochdruck ergibt Sinn, aber nicht immer am Mähgerät selbst

Ein leistungsstärkeres System ist sinnvoll, wenn die Maschine nicht nur dem leichten Grasmähen dient. Beim Entschlammen von Gräben, beim Reinigen von Banketten, bei Arbeiten in dichtem Gestrüpp oder beim Mulchen dickerer Äste bringt mehr Leistung am Rotor einen realen Vorteil. Die Maschine hält die Drehzahl leichter, würgt seltener ab und kommt mit schwererem Material besser zurecht.

Das bedeutet, dass ein Hochleistungssystem nicht nur bei klassischen Auslegemähern gerechtfertigt ist, sondern auch dort, wo das Anbaugerät schwerere Erd- und Geländearbeiten ausführen soll. In der Praxis betrifft das auch Maschinen wie Schlegelmäher für Bagger, bei denen das Anbaugerät an der bestehenden Hydraulik des Trägers arbeitet.

Wann das Hochdrucksystem wirklich Sinn macht

Die Antwort ist hier recht einfach. Ein Hochdrucksystem ist am sinnvollsten, wenn der Träger bereits eine solche Versorgung besitzt. Gute Beispiele sind Bagger und andere Arbeitsmaschinen, bei denen Hochdruckhydraulik schon verfügbar ist. In dieser Situation ist der Einsatz eines Hochdruckmotors am Anbaugerät logisch, weil die vorhandene Pumpe und das vorhandene System genutzt werden können.

Gerade in einem solchen Szenario können Schlegelmäher für Bagger mit echter Berechtigung an Hochdruckhydraulik arbeiten. Es wird keine separate Versorgung von Grund auf gebaut, sondern das genutzt, was die Trägermaschine bereits hat.

Wenn der Kunde jedoch erst das gesamte System für einen Auslegemäher auswählt, sieht die Lage anders aus. Der Einstieg in ein Hochdrucksystem bedeutet dann oft höhere Kosten ohne proportionalen Nutzen. Bei bewusster Auswahl von Grund auf ist die rationalere Wahl oft eine gusseiserne Zahnradpumpe mit gusseisernem Zahnradmotor.

Was der Kunde mit einem Gusssystem 230 bar / 120 l/min wirklich gewinnt

Zunächst erhält er 46 kW hydraulische Leistung, also ein Niveau, das für schwere Arbeiten in vielen kommunalen, straßen- und meliorationsbezogenen Anwendungen vollkommen ausreicht. Das ist mehr Leistung als in einem typischen Set mit 320 bar und 80 l/min.

Zweitens erhält er ein System, das nicht unter extrem hohem Druck arbeitet, sodass die gesamte hydraulische Ausstattung weniger belastet wird. In der Praxis bedeutet das geringere Kosten für das Gesamtsystem.

Drittens erhält er eine im Service einfachere Lösung. Bei Zahnradpumpen ist der Zugang zu Ersatzteilen, Reparaturen und Werkstätten leichter. Bei Kolbenpumpen zählt nicht nur das Teil selbst, sondern auch eine sehr hohe Qualität der Aufbereitung und die Servicekultur des Systems.

Praktische Schlussfolgerungen

Wenn der niedrigste Einstiegspreis im Vordergrund steht, kann das Aluminiumsystem ausreichend sein, dann muss man jedoch seine geringere Lebensdauer akzeptieren.

Wenn der Träger bereits Hochdruckhydraulik besitzt und das Anbaugerät schwer und vielseitig arbeiten soll, kann das Hochdrucksystem Sinn machen.

Wenn die Wahl jedoch den Aufbau des Systems von Grund auf betrifft und das Ziel vernünftige Anschaffungskosten, gute Leistung, Lebensdauer und vorhersagbarer Betrieb sind, bleibt in vielen Fällen das Gusssystem mit Zahnradpumpe und Zahnradmotor bei etwa 230 bar und 120 l/min am stärksten begründet.

Es ist nicht die spektakulärste Wahl auf dem Papier. Es ist die rationalste Wahl in der Praxis.

FAQ

Bedeutet höherer Druck immer einen besseren Auslegemäher?

Nein. Die hydraulische Leistung wird gemeinsam von Druck und Förderstrom bestimmt. Deshalb kann ein System mit 230 bar und 120 l/min mehr Leistung liefern als eines mit 320 bar und 80 l/min.

Wann lohnt sich eine Kolbenpumpe?

Hauptsächlich dann, wenn der Träger bereits Hochdruckhydraulik besitzt oder wenn das Anbaugerät unter sehr anspruchsvollen Bedingungen arbeiten muss und hoher Wirkungsgrad bei hohem Druck gefordert ist.

Warum sind Kolbenpumpen anspruchsvoller?

Weil sie präzise sind, mit hohen Drücken arbeiten und empfindlicher auf Ölreinheit und Filtrationsqualität reagieren. Die Hersteller geben für sie konkrete Anforderungen an die Ölreinheit nach ISO 4406 an.

Sollten Schlegelmäher für Bagger einen eigenen Hydraulikkreis haben?

Nicht immer. Wenn der Bagger bereits über geeignete Hochdruckhydraulik verfügt, ist es meist sinnvoller, die vorhandene Versorgung zu nutzen, als einen separaten Kreis aufzubauen.

Quellen und Literatur

  1. Lehrmaterial zur Fluidtechnik zu Zahnrad- und Mehrkolbenpumpen.
  2. Bosch Rexroth, Anforderungen an die Ölreinheit und Empfindlichkeit von Axialkolbenpumpen gegen Verschmutzung.
  3. Wissenschaftliche Publikationen zu Axialkolbenpumpen und ihrem Wirkungsgrad.
  4. Technische Abhandlung zu Zahnradpumpen und deren Konstruktion.

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